KunstStadion Klinikum
RP-Fotograf Uwe Miserius hat den gewollten und geplanten Abriss der alten Leverkusener Stadtmitte über Jahre hinweg minutiös mit der Kamera dokumentiert, bis hin zur Eröffnung der neuen Rathaus-Galerie. Zu sehen ist das alles jetzt in der Kunststation im Klinikum Leverkusen.
Die Kunststation im Foyer des Klinikums hat sich in eine Intensivstation verwandelt. Die Bilder, die Innenwände, Boden und Außenflächen vollkommen bedecken, zeigen Spuren von Verletzung und Zerstörung. Sie vermitteln Momente der Schreckstarre, wie sie sich nach einem Erdbeben oder Bombeneinschlag einstellen. Tatsächlich zeigen sie den gewollten und geplanten Abriss der alten Leverkusener Stadtmitte, die RP-Fotograf Uwe Miserius mit der Kamera festhielt.
Die spektakulärsten Aufnahmen seiner nahezu täglichen Besuche der Großbaustelle vom ersten Tag der Gebäudeentkernung bis zur Eröffnung der an dieser Stelle neu errichteten Rathaus-Galerie hat er für ein Photo-Buch zusammengestellt, das demnächst mit zehn Seiten erklärendem Text erscheinen soll. Oberbürgermeister Reinhard Buchhorn hat ihm zugesichert, das Vorwort für diese fotografische Dokumentation zu schreiben.
Aufnahmen in Endlosschleife
Aus dem großen Fundus, den Miserius über drei Jahre hinweg gesammelt hat, konnte er für die Einladung zur Ausstellung in der Kunststation nur wenige, besonders spektakuläre auswählen. Eine räumliche Beschränkung, die verständlicherweise schwerfiel. Um die Fülle der gesammelten Eindrücke vermitteln zu können, hat der Fotograf zwei Digitalrahmen in die Bilderflut gestellt, die in Endlosschleife viele weitere Aufnahmen zeigen. Doch viel beeindruckender als der ständige Wechsel sind die großformatigen Abzüge auf Platten, wie sie normalerweise beim Messebau verwendet werden. Rund 16 Quadratmeter Photoplatte wurden genau auf die Innen- und Außenflächen der kleinen Holzhütte zugeschnitten und auf dem rohen Holz befestigt.
Der schmale Streifen links neben der Tür zeigt das halb abgerissene Stadthaus, rechts warnen Baustellenschilder vor den Häusergerippen vor den Gefahren auf der Baustelle. Der Blick ins Innere zeigt Stadthaus, Rathaus und Bayer-Kaufhaus in unterschiedlichen Stadien des Abrisses. Fehlende Wände geben den Blick auf ein Treppenhaus frei, auf Beton und Eisen halb heruntergerissener Zwischendecken lassen sich Details ausmachen wie ein umgestürzter Heizkörper oder eine ausgerissene Türzarge.
Rathaus aus der Froschperspektive
Außen trägt die Kunststation eines der letzten Bilder von der Außenfassade des Wiesdorfer Rathauses aus der Froschperspektive. Uwe Miserius fotografierte sie durch die bereits eingerissene Decke der alten Tiefgarage, von der nur noch das stützende Eisengeflecht zu sehen ist. Eines der charakteristischen grünen Eisenbleche, die einst das Rathaus umrahmten, wurde als eine Art Gartenzaun vor dem Minimuseum aufgestellt.
Dauer Die Photo-Dokumentation ist bis Juli im Klinikum zu sehen.
Quelle: Rheinische Post Monika Klein

